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Fr 25.09.
18:00

  • Eröffnung Archival Assembly #4; Begrüßung: Stefanie Schulte Strathaus, Vinzenz Hediger, Laliv Melamed

  • Eintritt frei (um Reservierung wird gebeten)

  • Kino

    Arsenal

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  • Zu Gast: Angela Melitopoulos, Kerstin Schroedinger, Sigrid Weigel

ΠΝΥΞ (Pnyx)

Regie: Angela Melitopoulos, Kerstin Schroedinger Griechenland 2026
Digital file Ohne Dialog 4 Min.

Die Pnyx ist ein felsiger, von einer Parklandschaft umgebener Hügel im Zentrum Athens. An ihrem Hang befinden sich eine weitläufige Plattform aus verwittertem Gestein sowie ein Rednerpult, denn ab 507 v. Chr. versammelten sich die Athener dort, um ihre Volksversammlungen abzuhalten. Um die Macht dieser Versammlungen zu stärken und den Einfluss der Aristokratie auf die Politik der Polis zu verringern, etablierten sie eine direkte Demokratie, die „freien Bürgern“ gleiche Rechte einräumte, Frauen, Sklaven und Fremde jedoch ausschloss. Dieses „Parlament der Welt“ gewährleistete einerseits die gleichmäßige Anwendung der Gesetze und fungierte zugleich als Volksversammlung, die befugt war, Bürger zu bestrafen und auszuschalten, wenn diese eine Bedrohung für den Staat darstellten oder potenziell Tyrannen waren.

Bei einem Spaziergang durch Athen unterhielten sich Angela Melitopoulos, Kerstin Schroedinger und Stefanie Schulte Strathaus über das Thema der kommenden Archival-Assembly-Ausgabe und stießen dabei auf die Pnyx. Die Idee für den Eröffnungsfilm war geboren.

Anschließend: Vinzenz Hediger und Stefanie Schulte Strathaus im Gespräch mit der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Sigrid Weigel: Transnationale Kulturpolitik und Kulturelles Erbe

Vinzenz Hediger ist Leiter der Cinémathèque suisse. Von 2004 bis 2011 war er Inhaber der Krupp-Stiftungsprofessur für Dokumentarfilmformen an der Ruhr-Universität Bochum und von 2011 bis 2026 Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist Mitbegründer von NECS – European Network of Cinema and Media Studies (necs.org) sowie Gründungsherausgeber der Zeitschrift für Medienwissenschaft (www.zfmedienwissenschaft.de).

Angela Melitopoulos ist Künstlerin und produziert experimentelle Medienkunstwerke, vor allem multi-screen Videoinstallationen. Ihre Filminstallationen zu mnemonischer Politik verkörpern widerständige Subjektivitäten und postkoloniale Allianzen in historischen Kontexten von imperialistischer Gewalt, Faschismus und staatlicher Unterdrückung von Migration im 20. Jahrhundert. Ihre Videoarbeiten wurden international auf Festivals, Ausstellungen und in Museen präsentiert. Sie promovierte in Visual Cultures am Goldsmiths College der University of London und lehrte Medienkunst an der Royal Danish Academy of Fine Arts und der HfG Karlsruhe. Melitopoulos und Schroedinger arbeiten seit 2019 zusammen und haben ein Musikprojekt namens Zonkey.

Kerstin Schroedinger arbeitet an langfristigen, forschungsbasierten Projekten an der Schnittstelle von Film, Ton und Performance und setzt sich dabei mit den sozialen und politischen Strukturen zeitbasierter Medien anhand ihrer Historizität und Materialität auseinander. Derzeit ist sie als Forscherin an der Academy of Fine Arts Helsinki tätig. Schroedingers Arbeiten wurden weltweit gezeigt und ausgestellt, unter anderem im CIC Cairo, im Whitney Museum of American Art in New York, auf der 17. Istanbul Biennale und 2. Kyiv Biennale, und waren unter anderem auf internationalen Filmfestivals in Berlin, Hongkong und Toronto zu sehen. Melitopoulos und Schroedinger arbeiten seit 2019 zusammen und haben ein Musikprojekt namens Zonkey.

Stefanie Schulte Strathaus ist künstlerische Leiterin des Arsenal Filminstituts in Berlin. Von 2001 bis 2019 war sie Mitglied des Auswahlkomitees des Berlinale Forum, von 2006 bis 2020 Gründungsdirektorin von Forum Expanded. Sie kuratierte Ausstellungs- und Forschungsprojekte wie Living Archive – Archivarbeit als zeitgenössische künstlerische und kuratorische Praxis (2010–2013) und Archive außer sich (2017–2022). 2021 initiierte sie das seither zweijährig stattfindende Festival Archival Assembly. Schulte Strathaus ist Vorstandsmitglied der FIAF, des Masterstudiengangs Film Culture an der University of Jos in Nigeria sowie des Harun-Farocki-Instituts. Sie ist (mit Vinzenz Hediger) Mitherausgeberin von Accidental Archivism: Shaping Cinema’s Futures with Remnants of the Past (2024).

Sigrid Weigel leitete nach Professuren in Hamburg, Zürich, Princeton und Berlin das Zentrum für Literatur- und Kulturforschung und entwickelte es zu einem Labor für experimentelle interdisziplinäre Forschung zu aktuell brisanten Fragen. Sie arbeitete u.a. zur ersten Kulturwissenschaft (Freud, Warburg, Benjamin u.a.), zur Bildtheorie, zu Genetik/Genealogie/Erbe, zur Pluralität europäischer Kulturgeschichte und dem Konzept der ‚Kulturnation‘. 2019 erschien ihre Studie Transnationale auswärtigen Kulturpolitik – jenseits der Nationalkultur.

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